2. Körper – Psychotherapie – mittels Yoga

 

Yoga bei Stress und chronischer Erschöpfung

 

Der Rhythmus von Aktivität und Passivität ist allgegenwärtig. Stress ist nur dann ungesund, wenn die Stresshormone im Körper nicht abgebaut werden. Mit Body-Scan, Atemübungen, Asanas und Meditation lernt man, sein biologisches Stress-Reaktion- System ins Gleichgewicht beziehungsweise zur Ruhe kommen zu lassen. Verhaltensmuster, zum Beispiel sich bedingungslos dem Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen, für die Firma ständig erreichbar zu sein, das Privatleben zu vernachlässigen, sind nicht erstrebenswert, weder für den Arbeitgeber noch für sich selbst. Solche Verhaltensmuster bedingen Erschöpfungs-Symptome. Um Belastungsmomente effizient zu kompensieren, ist Yoga eine wirksame Methode, die hilft, die eigene Sichtweise der Dinge zu verändern.

 

Yoga bei Depressionen 

Yoga als „Body-Mind-Medizin“ berücksichtigt sowohl den Körper als auch den Geist. Je nach Übungsausführung kann Yoga dazu beitragen, das gestörte Gleichgewicht zwischen der rechten und linken Hemisphäre wiederherzustellen und die Durchblutung und Aktivität der Hirnbereiche zu verstärken, die bei Depressionen vermindert sind. Geübte Achtsamkeit hilft, langfristig depressive Gedankenspiralen als Ankündigung einer neuen Episode zu erkennen und gegenzusteuern.

 

Yoga bei Angst und Panikattacken

 

Energie ist die unmittelbare Grundlage unseres Körpers, unseres Geistes und der gesamten Schöpfung. Die Ursache aller negativen Emotionen ist eine Störung im Körper-Energie-System. Durch Elemente der Yoga-Praxis bringen wir die Energie im Störbereich wieder zum Fließen und dadurch zum Lösen belastender Emotionen. Durch das eigenständige Entscheiden und zielgerichtete Handeln innerhalb der Yoga-Praxis wird das Gefühl der Betroffenen zu sich selbst gestärkt .

 

Yoga bei posttraumatischen Belastungsstörungen

 

Körperliche Stress-Reaktionen, die durch ein unvorhergesehenes Ereignis (familiäre Gewalt, Naturkatastrophen, Unfall, sexueller Missbrauch usw.) hervorgerufen werden, verarbeitet jeder Mensch unterschiedlich. Gerät das Gleichgewicht im Körper so stark durcheinander, dass gravierende körperliche und psychische Folgen entstehen, belastet das die Betroffenen ein Leben lang, wenn keine Therapie erfolgt. Betroffene sind in einem Kreislauf aus Disstress und Angst gefangen, das Alltagsleben erfährt starke Einschränkungen. Neben Interessensverlust leidet der Betroffene unter Konzentrations- und Aufmerksamkeitsproblemen, fühlt sich ausgegrenzt und sozial isoliert. Yoga ist als komplementäre Therapie geeignet, da es darauf abzielt, die Beziehung zwischen dem, was im Körper passiert und dem Schreckerlebnis wiederherzustellen, so dass der „Kreislauf des Wiedererlebens der Schock-Situation“ verlassen werden kann. Das Praktizieren von Asanas hilft dem Körper aus der Erstarrung heraus wieder „in Bewegung“ zu kommen. Der Yoga-Praktizierende kann erleben, dass Emotionen, egal wie stark und unangenehm sie auch sind, kommen und wieder gehen. Durch Yoga können komplex traumatisierte Patienten behutsam lernen, ihren Körper wieder zu spüren und ihre Affektregulation zu verbessern.